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65 Millionen Jahre alte Blutspuren entdeckt


Als junge Doktorandin und angehende Paläontologin wollte Mary H. Schweitzer ihren Augen nicht trauen: Unter dem Mikroskop bemerkte sie in einer dünnen Scheibe vom Knochen eines Tyrannosaurus rex kleine rote Objekte. Die sahen genau aus wie rote Blutkörperchen. Aber nach damaliger Meinung der Forscher konnte das nicht sein. Organisches Material durfte sich niemals viele Jahrmillionen lang halten – schon gar nicht mehr als 65 Millionen Jahre, seit die letzten Dinosaurier von der Erde verschwanden.

Heute, fast 20 Jahre später, schildert die amerikanische Forscherin ihre Entdeckungen und den langen Kampf um Anerkennung in der Juni-Ausgabe von “Spektrum der Wissenschaft”. Sie arbeitet inzwischen als außerordentliche Professorin an der North Carolina State University in Raleigh und als Kuratorin am dortigen Naturkundemuseum. Ihr Bestiarium konnte sie vergrößern: Neben zwei T.-rex-Exemplaren, “Big Mike” und “Brex” aus Montana, umfasst es jetzt auch den Entenschnabeldinosaurier “Brachy”, genauer Brachylophosaurus canadensis. Dazu kommen ein kleiner Raubsaurier aus der Mongolei und ein früher Vogel. Auch die Sammlung organischer Reste ist gewachsen.

Nicht nur bewies Schweitzer inzwischen, dass uralte Knochen manchmal noch Reste roter Blutzellen und sogar die Farbstoffmoleküle enthalten, die Sauerstoff binden. Sie identifizierte auch Knochenzellen und Kollagenfasern. Und als sie fossile Knochen entkalkte, behielt sie etwas Ähnliches wie feine Blutgefäße zurück. An Vogelkrallen bestimmte sie Hornsubstanz, an dem mongolischen Raubsaurier Fasern von feinen Federn.

“Brex” war übrigens ein Weibchen. Schweitzer sah dem ersten Stückchen Knochen von ihm sofort an, dass dieses Tier gerade Eierschalen bildete. Bei Vogelweibchen verändern sich manche Knochenpartien während dieser Zeit, weil sie dann viel Kalzium bereitstellen müssen. Die gleiche lockere, ungeordnete Struktur wies dieser fossile Knochen auf – einschließlich der Kollagenfasern.

Schließlich gelang es der Forscherin und ihren Kollegen sogar, einige der Proteinreste zu sequenzieren, also die Abfolge der Bausteine zu bestimmen. Dabei kam heraus, dass diese Proteine am meisten denen von Vögeln ähneln. Die Vögel stammen ja tatsächlich von Dinosauriern ab. Manche Biologen zählen sie sogar noch zu deren Vertretern. (Quelle: Spektrum der Wissenschaft, Juni 2011)

Massensterben durch Abkühlung der Erde

Künstlerische Darstellung des Chicxulub-Einschlages (Das Bild in printfähiger Auflösung finden Sie im Presseportal der Universität Wien unter www.univie.ac.at/175) Ölbild: D. Jalufka
Künstlerische Darstellung des Chicxulub-Einschlages
Ölbild: D. Jalufka

Am Übergang von der Kreidezeit zum Tertiär vor 65 Millionen Jahren vollzog sich eines der größten Massenaussterben der Erdgeschichte, das auch das Zeitalter der Dinosaurier beendete. Als Ursache gilt ein großer Meteoriteneinschlag in Mexiko, der Chicxulub-Impakt, der in der Wissenschaft sehr kontroversiell diskutiert wurde. Eine internationale Gruppe von WissenschafterInnen, darunter Christian Koeberl von der Universität Wien, veröffentlicht nun im renommierten Fachmagazin “Science” neue Forschungsergebnisse. Diese zeigen, dass das Aussterben der Dinosaurier genau mit dem Chicxulub-Impakt begann.

Lange Zeit war die Ursache für das Aussterben von mehr als zwei Drittel aller Arten – darunter allen Dinosauriern – am Ende der Kreidezeit eine der wichtigsten offenen Fragen in den Geowissenschaften. Seit 30 Jahren gibt es stichaltige Belege für einen Meteoriteneinschlag als Ursache, seit 20 Jahren ist auch der zugehörigen Krater bekannt: Der 200 km große Chicxulub-Krater in Mexiko.

Trotzdem wurde die Impakttheorie von Anfang an auch angezweifelt und alternative Ursachen wie z.B. Vulkanismus für das Aussterben diskutiert. Der größte Widerspruch kam vor einigen Jahren aus Princeton: Anhand von Untersuchungen im und um den Chicxulub-Krater postulierten die WissenschafterInnen, dass der Impakt 300.000 Jahre zu früh aufgetreten wäre, um für das Artensterben verantwortlich zu sein.

Millionenfach größere Energie als Atombombe

Um diese Zweifel auszuräumen, hat nun ein Team aus mehr als 40 WissenschafterInnen aus Europa, den USA, Mexiko, Kanada, und Japan unter Leitung des Geologen Peter Schulte von der Universität Erlangen-Nürnberg die neuesten Daten analysiert und relevante Studien ausgewertet. Von der Universität Wien sind Christian Koeberl, Professor für Impaktforschung und Planetare Geologie und Leiter des Departments für Lithosphärenforschung (sowie designierter Generaldirektor des Naturhistorischen Museums in Wien) und seine Mitarbeiterin Tamara Goldin (FWF-Postdoc) an der Studie beteiligt. In einer Veröffentlichung im Wissenschaftsmagazin “Science” legen sie dar, dass nur der Chicxulub-Impakt das Massensterben vollständig erklären kann.

Die Studie widerlegt die von Princeton postulierte zeitliche Lücke von 300.000 Jahren. Modelle des Chicxulub-Impakts zeigen, dass die bei diesem Ereignis freigesetzte Energie jene der größten jemals getesteten Atombombe millionenfach übertrifft. Ein Einschlag dieser Größe löste gewaltige Erdbeben aus, die riesige Rutschungen und Tsunamis im heutigen Golf von Mexiko zur Folge hatten und dort zu chaotischen Gesteinsabfolgen führten. “Somit sind die Gesteinsschichten direkt im Bereich von Chicxulub sicherlich am wenigsten geeignet, um die genaue Reihenfolge der Ereignisse vor 65 Millionen Jahren aufzuklären”, so Christian Koeberl.

Abkühlung und Dunkelheit führten zum Massensterben

Der Chicxulub-Impakt hatte damit globale ökologische Konsequenzen. Mehrjährige Abkühlung und Dunkelheit führten zum selektiven Artensterben. Das Massenaussterben am Ende der Kreidezeit beeinträchtigte Land und Meer gleichermaßen, war aber besonders für Organismen mit einem hohem Nahrungsbedarf, wie zum Beispiel für Dinosaurier, katastrophal. (Quelle: idw)

Meteoriteneinschlag Schuld am Sauriersterben?

“DAS WISSEN” ( toppx.newzs.de ) berichtet über das Wunderwelt Wissen.


Video: Meteoriteneinschlag, interessante Computernanimation und Experteninterviews (englisch)

(DailyNet) Warum die Dinosaurier ausgestorben sind, ist nach wie vor nicht geklärt. Es gibt mehrere Theorien dazu. Eine Möglichkeit für das große Artensterben könnte ein Meteoriteneinschlag gewesen sein.Und tatsächlich entdeckten Geologen im Jahr 1990 bei der Suche nach Erdöl auf der mexikanischen Halbinsel Yucatan einen Meteoritenkrater von riesigem Ausmaß. Der Durchmesser dieses Kraters beträgt etwa 180 Kilometer. Ein zehn Kilometer großer Brocken schlug ein mehrere Kilometer tiefes Loch in die mexikanische Halbinsel. Riesige Mengen an Staub und Gas wurden freigesetzt. Es war plötzlich stockfinster auf der Erde. Zudem ist eine Flutwelle wie ein riesiger Tsunami um die Erde gerast, deren Spuren heute noch zu finden sind. Die Katastrophe war so gewaltig, dass es das Ende der Dinosaurier bedeutete, sagen Wissenschaftler. Nachdem die Saurier ausgestorben waren, übernahmen die Säugetiere das Erbe.