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WM-Sieg des deutschen Robo-Fußballteams

Im Finale spielt das Bonner Team NimbRo gegen KMUTT aus Thailand. (c) Foto: Uni Bonn

Beim RoboCup 2011, der am Sonntag in Istanbul zu Ende ging, konnten die Fußballroboter vom Team NimbRo der Universität Bonn ihren Weltmeistertitel in der TeenSize-Klasse der Humanoid-Liga verteidigen. Auch die Serviceroboter gewannen in der @Home-Liga mit klarem Vorsprung.

Nachdem die deutschen Fußballfrauen bei der FIFA-WM gegen Japan ausgeschieden sind, war es nun an humanoiden Fußballrobotern, ihren Weltmeistertitel zu verteidigen. Die Roboter Dynaped und Bodo des Bonner Teams NimbRo trafen am Sonntag im Finale des RoboCup 2011 in Istanbul auf das Team KMUTT aus Thailand. Die Bonner Roboter waren dem Gegner klar überlegen. Obwohl der thailändische Torwart viele Schüsse halten konnte, erzielte der Bonner Feldspieler Dynaped Tor um Tor. Nach einem Halbzeitstand von 6 : 0 endete das Finale vorzeitig beim Stand von 10 : 0 für NimbRo.

Auch die Bonner Haushaltsroboter konnten sich in der @Home-Liga gegen eine starke Konkurrenz durchsetzen. Die Roboter Dynamaid und Cosero gingen schon beim ersten Test in Führung. NimbRo punktete in fast allen Tests der Vor- und Zwischenrunde und ging so mit einem komfortablen Vorsprung ins Finale. Dort stellte Cosero unter Beweis, dass er sogar einen Tisch mit einem Menschen tragen kann. Der Benutzer gab dabei die Richtung vor und führte den Roboter intiutiv durch Drücken und Ziehen am anderen Ende des Tisches. Dass er ein prima Helfer im Haushalt sein kann zeigte Cosero, indem er ein Omelett in einer Pfanne zubereitete. Dynamaid holte ein Getränk aus dem Kühlschrank. Dies überzeugte die internationale Experten-Jury. NimbRo gewann mit Abstand vor dem chinesischen Team WrightEagle.

Cosero making OmletIn der @Home-Liga mussten die Roboter zeigen, dass sie im Haushalt wichtige Aufgaben erfüllen können, etwa Personen und Objekte zu erkennen sowie Gesten richtig zu interpretieren. 19 Teams aus 14 Ländern traten in Istanbul in dieser Disziplin an. Bei den Fußballwettbewerben in der Humanoid-Liga des RoboCup geht es dagegen darum, mit Hilfe von Kameras die Spielsituation zu erfassen und im Team darauf zu reagieren. Herausforderung sind etwa auch die zügige Fortbewegung auf zwei Beinen und die Balance beim Schuss.

„Besonders freut mich der erstmalige Gewinn der @Home-Liga“, sagt Professor Dr. Sven Behnke, dessen Arbeitsgruppe Autonome Intelligente Systeme am Institut für Informatik VI die menschenähnlichen Fußballroboter und Serviceroboter entwickelt. In dieser Liga werden Technologien ersonnen, die in Zukunft dazu beitragen können, dass ältere oder hilfsbedürftige Menschen länger selbstbestimmt in der eigenen Wohnung leben können.

Die internationalen Wettbewerbe, die jährlich von der RoboCup-Federation veranstaltet werden, bringen tausende Forscher aus den Gebieten Künstliche Intelligenz und Robotik zusammen. Insgesamt nahmen in Istanbul über 400 Teams mit mehr als 2 800 Personen aus aller Welt in unterschiedlichen Ligen teil. Der Wettbewerb erlaubt den Wissenschaftlern den direkten Vergleich unterschiedlicher Ansätze in der Roboterkonstruktion, in der Umgebungswahrnehumg und der Verhaltenskontrolle. Im Anschluss findet ein wissenschaftliches Symposium statt, das den Austausch der besten Ideen fördert. (Quelle: idw, Foto oben: Im Finale spielt das Bonner Team NimbRo gegen KMUTT aus Thailand. (c) Uni Bonn ; Foto mitte: Service-Roboter Cosero von der Universität Bonn backt in einer Pfanne ein Omelett. (c) Uni Bonn)

Buchtipp:
Synthetisches Bewusstsein: Wie Bewusstsein funktioniert und Roboter damit ausgestattet werden können

Roboter Rhoni soll als Pflegekraft eingesetzt werden

Roboter Rhoni lernt an der Hochschule Niederrhein das Laufen. Foto: Lammertz

Rhoni (sprich Ruuni) ist ein amerikanischer Vorname, der sowohl für Jungen wie für Mädchen gewählt werden kann. Im konkreten Fall gehört er dem ersten humanoiden Roboter der Hochschule Niederrhein, der jetzt im Fachbereich Wirtschaftsingenieurwesen und Gesundheitswesen angeliefert wurde. Gebaut hat ihn die Firma H&S-Robots im Thüringischen. Studenten des Wirtschaftsingenieurwesens sollen ihm programmiererisch jetzt das Laufen beibringen, damit er in der Alten- und Krankenpflege eingesetzt werden kann.

Der oder die 1,80 Meter große Rhoni glotzt mit seinen/ihren Sensoraugen derzeit noch ziemlich verständnislos in die Welt. Dabei kann der Prototyp werksseitig schon eine ganze Menge, nur eben noch nicht laufen. Es fehlen noch die Beine, und die Fortbewegung ist der schwierigste Part, so Ben Schaefer, der Vater von Rhoni. Wie für ein menschliches Baby hat er für seinen Spross aber einen Lauflernrahmen entwickelt. Dieser Lauftrainer ermöglicht dem Roboter Bewegungsabläufe, ohne die Balance zu verlieren. Denn wer laufen will, muss gehen lernen, und unabhängig von den Bodenverhältnissen die Waage halten. Das sei eine riesige Herausforderung für Ingenieure, Techniker und Programmierer, so Schaefer, der damit zugleich große Hoffnungen auf die Entwicklerkunst der Krefelder Studierenden setzt. Sie werden von den Professoren Hans-Jürgen Buxbaum (Automatisierung und Robotik), Markus Kleutges (Technische Systeme) und Ulrich Hemmert (Organisation und Datenverarbeitung) betreut.

Irgendwann ist dann einmal der große Moment gekommen und das Lauflerngerät wird abgenommen. Dann muss Rhoni, beobachtet von seinen studentischen Vätern und Müttern, die ersten eigenen Schritte machen. “Nicht für schwache Nerven”, so Monika Schaefer, die Mutter des Erfinders. Bis es so weit ist, wird das Roboterkind auf eine rollende Antriebsplattform gesetzt, mit der es auch ohne Beine mobil sein kann. So kann es während der Testreihen mühelos von Rechner zu Rechner oder Meßgerät zu Messgerät gerollt werden. Der humanoide Roboter soll, so Professor Kleutges, für die Übernahme von Aufgaben im Pflegebereich entwickelt werden, wobei eng mit den Lehrenden und Studierenden des Gesundheitswesens im gleichen Haus zusammengearbeitet wird. Beim Aufstehen und Anziehen helfen, das Essen bringen, die Bewohner von Station zu Station fahren – in vielen Bereichen können Pflegekräfte physisch starke Hilfe gebrauchen. Auch Rhonis Äußeres wird einem Menschen angeglichen, ganz so, wie man es im Kassenschlager “I Robot” bereits sehen konnte. Ob der Roboter später eine Schürze mit Häubchen oder Hosen und einen Kittel tragen wird, bleibt abzuwarten. (Quelle: idw)

RoboCup: Technologie-Schub durch Roboter-Fußball

Neun Ligen gibt es beim Roboter-Fußball. WISSEN DER ZUKUNFT  berichtet über  den RoboCup.

Video: RoboCup 2007

(idw). Für eine Maschine ist das Fußballspiel eine höchst komplexe Aufgabe: Die Roboter müssen Ball, Seitenauslinie und Torkasten zuverlässig erkennen und Mitspieler von Gegnern unterscheiden können. Dazu sind sie mit allerlei Hightech gespickt: Kameras und Sensoren erfassen die Umwelt, bordeigene Prozessoren verarbeiten die Daten und errechnen Spielzüge und Abwehrmaßnahmen, innovative Antriebe lassen die kickenden Automaten über das Feld sprinten und in Gegners Nähe unerwartete Haken schlagen.

Mittlerweile gibt es neun Ligen, jede mit einem eigenen technischen Schwerpunkt. In der Middle-Size-Liga bewegen sich die Automaten auf Rädern fort. Vier Spieler und ein Torwart kicken auf einem 20 mal 14 Meter großen Spielfeld auf normale Fußballtore. Sie müssen komplett autonom sein, haben Kamerasysteme mit Echtzeit-Verarbeitung an Bord und schaffen bis zu zwei Meter pro Sekunde.

Andere Kick-Maschinen wie der Roboterhund Aibo von Sony laufen auf vier mechanischen Pfoten. Seit 2005 treten beim RoboCup auch automatische Zweibeiner gegeneinander an: “Diese humanoiden Roboter machen in den letzten Jahren sehr große Fortschritte”, sagt Dr. Ansgar Bredenfeld, der am IAIS für den RoboCup zuständig ist. “Wie richtige Spieler fallen sie hin und stehen wieder auf, suchen sich selbständig den Ball und schießen Tore.”

Doch der RoboCup steht nicht nur für Roboterfußball. Seit 2006 gibt es eine Liga namens “RoboCup@Home” – ein Wettbewerb für Serviceroboter. In einem nachgebauten Zimmer müssen die Maschinen Kühlschränke ansteuern, Müll aufsammeln und Personen erkennen. Und in der “RoboCup-Rescue”-Liga werden Rettungsroboter auf einen Hindernisparcours geschickt. “Vom RoboCup geht ein enormer Technologie-Schub aus, den man anders gar nicht bewirken könnte”, sagt Prof. Dr. Stefan Wrobel, geschäftsführender Direktor des IAIS. “Viele Bauteile, die ursprünglich für den Roboterfußball entwickelt wurden, finden sich heute in anderen Anwendungen wieder, etwa bei der Lokalisierungstechnologie für Inspektionsroboter.” Auch Roboter, die automatisch den Rasen mähen oder für Meeresforscher Bodenproben nehmen, haben RoboCup-Technologie an Bord.

Mehrere Großturniere stehen in diesem Jahr an, vor allem die “RoboCup German Open”: Vom 21. bis 25. April werden über 80 Forscherteams aus mehr als 15 Ländern in Halle 25 der Hannover-Messe erwartet, um in mehreren Ligen den Stand der Entwicklung zu demonstrieren. Initiiert und ausgetragen wird das Turnier vom Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS in Sankt Augustin.

Science Fiction wird Alltag: Die Roboter sind da!

WISSEN DER ZUKUNFT berichtet über das Wunderwelt Wissen.

(prcenter.de) Von Andreas Schultheis

Frankfurt/Berlin – Roboter haben den modernen Lebens- und Arbeitsalltag des Menschen erobert. Sie montieren Autos, übernehmen Hausarbeiten, spielen Fußball mit den Kindern. Fast scheint es, dass der Traum vom allzeit willigen Helfer, den Literatur und Science-Fiction seit Jahrhunderten ausgemalt haben, Realität geworden ist. Wie aus Träumen Wirklichkeit wurde, dokumentiert das Frankfurter Museum für Kommunikation https://www.museumsstiftung.de mit seiner Ausstellung „Die Roboter kommen!” Musikautomaten aus dem 18. Jahrhundert, legendäre Werberoboter der 1950er Jahre und moderne Forschungsroboter, darunter der humanoide Roboter „Armar II”, veranschaulichen die Entwicklung.

Moderne Serviceroboter, die staubsaugen oder die Geschirrspülmaschine ausräumen können, sehen wie freundliche Hausgenossen aus. Gerade erst hat Toyota https://www.toyota.com einen Geige spielenden Roboter vorgestellt, der zeigt, wie die elektronische Welt von morgen aussehen könnte. Dabei ist Toyota nicht allein mit seinen Planungen, sondern hat im eigenen Land eifrige Konkurrenten: „Lange führte dabei Honda die Entwicklung von humanoiden Robotern an: Vor über 20 Jahren startete der Auto- und Motorradhersteller ein bis vor Kurzem viel belächeltes Roboterprogramm. Inzwischen kann sein humanoider Roboter Asimo laufen, die Hand geben und soll bereits in den kommenden Jahren als Bote in Büros arbeiten”, berichtet Focus Online https://www.focus.de. Auch „Nissan stellte auf der Tokyo Motor Show einen fußballgroßen Roboterkopf vor, der in das Armaturenbrett seines Konzeptautos Pivo 2 eingebaut war. Der Kopf soll mit dem Fahrer plaudern und ihm bei Müdigkeit Restaurants für eine Pause vorschlagen”, so das Magazin.

Sprechende Assistenzsysteme scheinen auf dem Vormarsch, auch in der Unternehmens-kommunikation, wie das Beispiel Daimler belegt. Der Personal Assistant ist hier eine Vermittlungs- und Assistenzanwendung für das Personal Information Management der Konzernmitarbeiter. Sie verwirklicht ein so genanntes One-Number-Konzept für die ständige Erreichbarkeit der Mitarbeiter und den Wechsel von der Festnetztelefonie auf Vermittlungs- und Assistenzdienste. Realisiert wurde diese Anwendung vom Berliner Unternehmen SemanticEdge https://www.semanticedge.de: „Selbst wenn man den Namen eines Geschäftspartners gerade nicht weiß, kann man über eine Suchfunktion mit der Eingabe von Branche und Standort die gewünschte Verbindung aufbauen”, erklärt SemanticEdge-Geschäftsführer Lupo Pape. Per Spracheingabe könnten die Mitarbeiter eine Routing-Funktion nutzen, alle Anrufe umleiten, so dass sie auf einer bestimmten Nummer zu erreichen sind. Sprachverarbeitende Technologie, davon ist auch der Berliner Zukunftsforscher Norbert Bolz überzeugt, wird in den nächsten Jahren eine wachsende Rolle spielen. „Wenn Sie auf Ihr Auto zugehen und können es öffnen und starten, indem Sie es ansprechen, das lässt sich niemals überbieten”, erläutert er einen alten Traum der Zivilisation. „Ich persönlich kenne überhaupt keinen Zukunftsforscher oder Technologen, der Zukunftsszenarien entwickelt und nicht davon ausgehen würde, dass die Stimme letztlich das ultimative Interface ist”, sagte Bolz bei den diesjährigen Bonner Voice Days https://www.voicedays.de.

Die KI-Forschung und speziell die Robotik gelten weltweit als Zukunftsmarkt. „6,9 Mrd. Euro setzte allein die deutsche Roboterwirtschaft 2005 mit ihren Produkten um. Außerhalb der industriellen Fertigung gelten Serviceroboter als Wachstumsbereich”, analysiert die Zeitschrift Technology Review. Die Begeisterung für Robotertechnik erinnert Microsoft-Gründer Bill Gates an die Zeit, als er und sein Partner Paul Allen davon träumten, dass irgendwann auf jedem Schreibtisch und in jedem Haus ein Computer stehen könnte. Gates könne sich eine Zukunft vorstellen, in der roboterähnliche Geräte zu einem fast allgegenwärtigen Bestandteil des täglichen Lebens werden. Für den Sprachdialogexperten Pape sind das keine Hirngespinste. Bereits heute existierten die dafür notwendigen Technologien wie dezentrales Rechnen, Sprach- und Mustererkennung. Drahtlose Breitbandverbindungen könnten die Tür zu einer neuen Generation selbständiger Geräte öffnen, die Aufgaben für Menschen erledigen. „Da liegt allerdings noch ein weiter Weg vor uns. Für Maschinen ist es sehr schwierig, sich in einem Raum zu orientieren, auf Geräusche zu reagieren, Sprache zu interpretieren und Gegenstände zu ergreifen, die höchst unterschiedlich sind”, sagt Pape im Gespräch mit dem Online-Magazin NeueNachricht https://www.ne-na.de. Eine funktionierende Spracherkennung werde unverzichtbar sein, um Roboter im Alltag einzusetzen, etwa in der Altenpflege oder bei der Unterstützung behinderter Menschen.

Können Haushaltsroboter einkaufen gehen?

Wissen Sie Bescheid was Haushaltroboter alles können? Hier jetzt die Antwort!

In der Titelgeschichte Paradisienne des gleichnamigen Buchs kaufen Haushaltsroboter Parfüm ein. Gibt es derzeit schon Roboter die so etwas können?

Vor der Beantwortung dieser Frage soll kurz der Begriff “Haushaltsroboter” definiert werden. Roboter, die nicht in der industriellen Produktion eingesetzt werden, sondern Dienstleistungen für den Menschen erbringen, bezeichnet man als Dienstleistungsroboter. Wird die Dienstleistung im Haushalt erbracht, sind es Haushaltsroboter. Wenn der Roboter darüber hinaus sogar der menschlichen Gestalt nachempfunden ist, spricht man von humanoiden Robotern.

Derzeit am Markt erhältlich sind folgende Typen:

  • Reinigungsroboter
  • Rasenmäherroboter
  • Pflegeroboter
  • Überwachungsroboter
  • Spielzeugroboter

Alle diese Robotertypen sind noch weit davon entfernt menschenähnliche Intelligenz zu besitzen.

In der eingangs erwähnten Geschichte gehen intelligente, humanoide Haushaltsroboter einkaufen. Das ist derzeit noch Zukunftsmusik.

Weiterführende Links:
Spiegel-Online: Robby, mach mal den Fleck weg
Roboter im Haushalt und für die Alten und Kranken
Sachbücher zum Thema