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„Jules Verne“: Europas größtes Raumfahrzeug versorgt die ISS

Europa startet seinen ersten ATV-Versorgungstransporter „Jules Verne“ zur ISS. WISSEN DER ZUKUNFT berichtet über das Wunderwelt Wissen.

Europas bisher größtes und komplexestes Raumfahrzeug. Bild: ESA TV

Pressemitteilung der ESA am 9.März 2008 (Bild: ESA TV):

ESA PR 15-2008. Das erste, „Jules Verne“ getaufte Automatische Transferfahrzeug (ATV) der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) wurde heute früh mit einer Ariane-5 erfolgreich in eine niedrige Erdumlaufbahn eingebracht.

In den kommenden Wochen wird der zur Versorgung und Anhebung der Bahnhöhe der Internationalen Raumstation (ISS) konzipierte vollautomatische Raumtransporter eine Reihe von Manövern zum Anflug an die ISS und anschließenden Andocken an der Raumstation durchführen, die er mit Frachtgut, Treibstoff, Wasser und Sauerstoff versorgen soll.

Der Start erfolgte um 05.03 Uhr MEZ (01.03 Uhr Ortszeit) vom Raumfahrtzentrum Guayana, Europas Raumflughafen in Kourou in Französisch Guayana, aus. Um das ATV – mit beinahe 20 Tonnen mehr als doppelt so schwer wie die letzte von einer Ariane-5 gestartete Nutzlast – auf seine 51,6 Grad gegen den Äquator geneigte niedrige Kreisbahn zu bringen, war eine neue Ausführung von Europas Schwerlastträger Ariane-5 erforderlich. Die speziell auf den ATV-Start zugeschnittene Ariane-5 ES wurde mit einer besonderen, erneut zündbaren Oberstufe ausgestattet.

Jules Verne umrundet nun die Erde auf derselben Flugbahn wie die ISS, allerdings nicht wie die Raumstation in 345 km, sondern nur in 260 km Höhe. Es wird nun rund um die Uhr von dem eigens hierfür eingerichteten ATV-Kontrollzentrum in Toulouse (Frankreich) überwacht. Das auf dem Gelände der französischen Raumfahrtagentur CNES eingerichtete Kontrollzentrum übernimmt in Abstimmung mit den ISS-Missionskontrollzentren in Moskau und Houston die Flugkontrolle der ATV-Missionen. Nach der Demonstration verschiedener Sicherheitsmanöver im Freiflug wird sich das ATV etappenweise der Umlaufbahn der ISS annähern, um am 3. April nach dem Abflug des Space Shuttles „Endeavour“ ein erstes Andockmanöver durchzuführen.

Seinen Namen erhielt der Raumtransporter nach dem berühmten französischen Schriftsteller und Visionär des 19. Jahrhunderts: Jules Verne. Das ATV – gleichzeitig frei fliegende autonome Plattform, manövrierbares Raumschiff und Raumstationsmodul – ist das bisher größte und ausgefeilteste in Europa gebaute Raumfahrzeug. Das 10 m hohe, im Durchmesser 4,5 m breite und beim Start exakt 19,357 Tonnen schwere ATV verfügt über einen 45 m³ großen, auf den Konzepten des Columbus-Moduls beruhenden druckgeregelten Kammerbereich und ein in Russland entwickeltes Kopplungssystem, das dem der Progress-Versorgungsfahrzeuge und der bemannten Sojuskapseln ähnelt. An Größe und Frachtkapazität übertrifft das ATV die russischen Raumfahrzeuge jedoch um das Dreifache.

Darüber hinaus ist das ATV das weltweit erste Raumfahrzeug, das vollautomatisch und den äußerst strengen Sicherheitsanforderungen der bemannten Raumfahrt entsprechend andocken kann. Hierfür ist es mit hochpräzisen Navigationssystemen und einer Flugsoftware ausgestattet, die wesentlich komplexer ist als etwa die auf der Ariane-5.

Link: Multimedia-Gallerie über das Weltall

Strafzettel passe? Fahrassistenzsystem verhindert Regelübertretung!

“DAS WISSEN” ( toppx.newzs.de ) berichtet über das Wunderwelt Wissen.

pro.pilot passt auf! Foto: Siemens

pro.pilot passt auf! Foto: Siemens

(prcenter.de) München – Eine automatische Erkennung von Geschwindigkeitsangaben auf Verkehrszeichen macht Autofahren künftig komfortabler. Zudem verhindert das System von Siemens unangenehme Überraschungen durch Strafzettel. Es funktioniert mit einer Kamera im Auto, die die Umgebung nach vorne auf Verkehrszeichen absucht, und verarbeitet die Informationen im Bordcomputer. Mit dem Tempomaten kann das Auto dann so eingestellt werden, dass es die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit nicht überschreitet. Vor allem in unbekannter Umgebung oder an Baustellen besteht für Autofahrer ansonsten die Gefahr, dass sie unbeabsichtigt zu schnell fahren.

Die Verkehrszeichenerkennung ist Teil von pro.pilot, einem Netzwerk von Fahrerassistenzsystemen des Automobilzulieferers Siemens VDO, und wird in etwa zwei Jahren in Serie gehen. Die Experten haben das System mit weiteren Hilfen wie einer Spurerkennung, einem Nachsichtsystem oder einem Einparkassistenten in eine Oberklasselimousine eingebaut. Zahlreiche Autohersteller haben dieses Testfahrzeug bereits Probe gefahren und großes Interesse an dem System gezeigt.

Für die Erfassung von Verkehrszeichen scannt eine in der Nähe des Rückspiegels angebrachte CMOS-Kamera ständig die Straße ab. Das System vergleicht die Bilder mit abgespeicherten Mustern von Geschwindigkeitshinweisen. Erkennt die Software eine Beschränkung, zeigt sie dem Fahrer den Wert im Tacho oder einem Head-up-Display an. Ist der Tempomat zugeschaltet, bremst das Auto von selbst auf die erlaubte Geschwindigkeit herunter. Hinzugezogen werden zudem Informationen aus dem Navigationssystem, die Aufschluss darüber geben, ob sich das Auto auf einer Autobahn oder innerhalb einer Ortschaft befindet. Da im Navigationssystem auch Hinweise auf besondere Verkehrsschilder gespeichert sind, wie etwa eine Geschwindigkeitsbeschränkung nur zu bestimmten Tageszeiten, kann das System hier entsprechend reagieren. Es ist vorerst nur für Neufahrzeuge vorgesehen. Bei älteren Autos ist die Nachrüstung wegen der komplexen Vernetzung mit zahlreichen Komponenten heute noch zu aufwändig.